YouTube schaltet KenFM ab – für immer

YouTube schaltet KenFM ab – für immer

Der ehemalige RBB Journalist Ken Jebsen, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Kayvan Soufi-Siavash heißt, ist vor allem für die Verbreitung von Verschwörungsmythen bekannt. Sein YouTube Kanal KenFM wurde jetzt von YouTube für immer gesperrt.

Wie ein Sprecher von YouTube am Freitag mitteilte, wurde der Kanal KenFM jetzt dauerhaft von Googles Videoplattform gesperrt, weil er zum dritten Mal gegen dessen Covid-19-Richtlinie verstossen habe. Die Richtlinie von YouTube weisst darauf hin, dass ein Kanal dauerhaft gesperrt werden kann, wenn er dreimal gegen diese Richtlinie verstösst.

Auf seinem Kanal behauptete Jebsen unter anderem, der Microsoft-Begründer Bill Gates denke darüber nach, Menschen durch Impfungen gezielt zu sterilisieren. Bekanntermassen ist Bill Gates immer wieder Ziel von Verschwörungsmythen. Jebsens auf sozialen Medien verbreiteten Ansichten waren schon mehrfach im Fokus der Investigativjournalisten von Correctiv, einem gemeinnützen Recherchezentrum, das regelmässig Faktenchecks veröffentlicht. Die Äusserung „Ich weiss wer den holocaust als PR erfunden hat“ (mit Rechtschreibfehler zitiert) brachte ihm 2011 bereits grossen Ärger ein. Ein paar Wochen später kündigte ihm der öffentlich-rechtliche Rundfunk RBB laut Correctiv mit dem Hinweis darauf, dass er sich „nicht an vertragliche Verpflichtungen gehalten“ habe.

Nicht immer sind seine Behauptungen auch für Faktenchecker durch Fakten belegbar oder widerlegbar wie Correctiv in einer Analyse des von KenFM auf YouTube am 04. Mai 2020 ausgespielten Videos „Gates kapert Deutschland“ schreibt. Dennoch zeigt der Bericht der Journalisten, wie Ken Jebsen immer wieder durch konkrete Tatsachenbehauptungen auffällt, die sich dann aber als falsch herausstellen.

Ist diese Massnahme ein Angriff auf die Meinungsfreiheit? – In einem Gespräch von Julius Stucke mit dem Kommunikationswissenschaftler Patrick Stegemann im Deutschlandfunk sieht dieser das Grundrecht auf freie Meinungsäusserung nicht gefährdet. Stegemann verweist darauf, dass Verschwörungsmythen und die extreme Rechte schon seit Jahren auf der Plattform ihre Thesen verbreiten und YouTube nicht reagiert. Sie erreichen, wie im Beispiel des Videos, teilweise sogar eine Millionenreichweite. Der Kommunikationswissenschaftler vermutet aber, dass YouTube einer politischen Regulierung zuvorkommen will, da die Verbreitung von Falschinformationen rund um Corona schon seit einigen Monaten auf wachsende politische Sensibilisierung trifft und die Entwicklung von Gegenmassnahmen inzwischen teilweise national und international gefördert werden.